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Traditionelle Tageswallfahrt der Pfarrei Heiliger Wendelin führte in diesem Jahr ins Moseltal

Eine Gruppe Pilgerer in Klosterkirche der Karmeliten.
Datum:
21. Sept. 2026
Von:
Andrea Johann-Schneider
1. Buseinstieg in Springiersbach

Die jährliche Pfarrwallfahrt der neu fusionierten Pfarrei Heiliger Wendelin St. Wendel führte in diesem Jahr ins Moseltal. Ziel der 48 Pilgerinnen und Pilger war das Karmelitenkloster Springiersbach. Bereits während der Busfahrt stimmte Pastor Klaus Leist die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Spiritualität des Karmeliterordens ein, die in besonderer Weise von der Verehrung der Gottesmutter Maria geprägt ist. Entsprechend stand der gesamte Wallfahrtstag unter einem marianischen Vorzeichen. Lieder und Gebete begleiteten die Pilgerinnen und Pilger, Höhepunkt war die gemeinsame Feier der Eucharistie in der Klosterkirche der Karmeliten.

In seiner Predigt nahm Pastor Leist auch die gegenwärtige gesellschaftliche und kirchliche Situation in den Blick. Maria vom Berge Karmel beschrieb er dabei als ein leises Gegenbild zu einer zunehmend lauter und unsicher gewordenen Gesellschaft. Ihre Botschaft könne dazu ermutigen, im Inneren neu Vertrauen zu finden. Auch für die neu fusionierte Pfarrei formulierte der Pastor einen Anspruch: Die Gemeinde Heiliger Wendelin solle ein Ort sein, an dem Menschen erfahren, dass Stille, Nähe und Zusammenhalt stärker sein können als Angst, Spaltung und politische Härte. Damit verband er zugleich einen Gedanken zur demokratischen Kultur: Sie beginne im Herzen, dort, wo Menschen einander wieder als Schwestern und Brüder auf Augenhöhe begegnen.

Nach dem Gottesdienst führte die Fahrt einige Kilometer moselabwärts zum Brauhaus des ehemaligen Klosters Machern. Dort stärkten sich die Pilgerinnen und Pilger beim gemeinsamen Mittagessen, bevor anschließend das romantische Moselstädtchen Bernkastel-Kues auf dem Programm stand.

Bernkastel-Kues ist zugleich der Geburtsort von Nikolaus von Kues, auch Nikolaus Cusanus genannt. Der große Bischof, Kardinal und Philosoph war eng mit St. Wendel verbunden:

Von 1446 bis zu seinem Tod im Jahr 1464 hatte er die Pfründe der Pfarrei St. Wendel inne und stiftete unter anderem die steinerne Kanzel in der heutigen Basilika.

Den Abschluss der Wallfahrt bildete die traditionelle Andacht in der kleinen Dorfkirche von Bischofsdhron, die dem heiligen Paulinus geweiht ist und im 4. Jahrhundert der 6. Bischof von Trier war. Mit dem gemeinsamen Lied „Großer Gott, wir loben dich“ kurz vor St. Wendel im Bus ging ein abwechslungsreicher und geistlich erfüllter Wallfahrtstag zu Ende. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kehrten mit vielen Eindrücken aus Spiritualität, Geschichte und Kultur nach St. Wendel zurück.

Selbstverständlich wird auch im nächsten Jahr wieder eine solche Tageswallfahrt als Pfarrwallfahrt angeboten werden. Hierzu jedoch erst im nächsten Jahr zeitnah detaillierte Informationen über das Pfarrbüro Heiliger Wendelin St. Wendel.

 

 

Foto: Pater Theodor Vreeswijk