Ostern im Oktober? Durchaus. Wenn in der Wendelinus-Basilika Blechbläser, Pauken und Chor mit „He Is Risen“ die Auferstehung verkünden, ist das Kirchenjahr dem Kalender für einen Moment voraus – oder vielleicht auch gar nicht. Denn die Hoffnung, von der Philip W. J. Stopfords Musik erzählt, kennt keine Jahreszeit. Und so führt das Festkonzert des Chores der Wendelinus-Basilika am Donnerstag, 15. Oktober, um 20 Uhr vom großen Osterjubel zu einem stilleren Bild: „In My Father’s House“ lautet der Titel des Abends. Übersetzt bedeutet das „Im Haus meines Vaters“.
Im Zentrum des Konzertes steht Stopfords große „Missa Deus Nobiscum – Mass of God With Us". Das rund halbstündige Hauptwerk spannt den großen musikalischen Bogen des Abends: vom Kyrie über das festliche Gloria bis zur abschließenden Friedensbitte „Dona nobis pacem“. Und es trägt sogar ein kleines Stück Irland in sich: Im Kyrie lässt Stopford jene Melodie anklingen, die als „Danny Boy“ weltberühmt wurde.
Daneben zeigt „In My Father’s House“ eine intimere Seite seiner Musik. Grundlage sind Worte aus dem Johannesevangelium: Jesus spricht vom Haus seines Vaters, von den vielen Wohnungen und davon, einen Platz zu bereiten. Eigentlich sind es Worte des Abschieds – Stopford aber hört in ihnen vor allem das Versprechen: Abschied muss nicht das letzte Wort haben.
Dazu passt „He Is Risen“ – „Er ist auferstanden“ erstaunlich gut. Dass ein Osterlied im Oktober erklingt, ist keineswegs ein Ausflug in die falsche Jahreszeit. Die Auferstehung ist im christlichen Glauben keine Botschaft nur für Ostern, sondern Grundlage einer Hoffnung, die durch das ganze Jahr trägt. Stopford verwendet dafür einen Text von Cecil Frances Alexander aus dem Jahr 1846 und lässt die fast 180 Jahre alten Worte mit Chor, Orgel, Blechbläsern und Pauken neu aufleben.
Auf diesen Spannungsbogen freut sich auch Stefan Klemm, Leiter des Chores und leitender Kantor im Pastoralen Raum St. Wendel: „Mich begeistert an diesem Programm, dass Hoffnung ganz unterschiedlich klingen kann – einmal sehr innig und beinahe zerbrechlich, dann wieder mit der ganzen Kraft von Chor, Orchester und Orgel. Diese Gegensätze in der Wendelinus-Basilika zusammenzubringen, darauf freuen wir uns sehr.“
Gemeinsam mit dem Kammerorchester Resonanz und Organistin Martina Haßdenteufel gestaltet der Chor den Konzertabend. Haßdenteufel ist zudem solistisch mit Präludium und Fuge c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören.
Für das Konzert sind noch Restkarten im Vorverkauf im Pfarrbüro St. Wendelin sowie im Brunnenlädchen in der St. Wendeler Oberstadt erhältlich. Sofern noch Karten verfügbar sind, gibt es diese auch an der Abendkasse. Der Preis beträgt 20 Euro. In der Wendelinus-Basilika besteht freie Sitzplatzwahl.