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Großer Besucherandrang beim Festkonzert „In My Father’s House“ – Chor der Wendelinus-Basilika setzt mit zeitgenössischer Kirchenmusik ein eindrucksvolles Zeichen:Wenn Musik Menschen bewegt und eine Basilika füllt

Chor der Wendalinusbasilika bei einem Konzert
Datum:
19. Okt. 2026
Von:
Andrea Johann-Schneider
Chor der Wendalinusbasilika bei einem Konzert
Damit hatte wohl kaum jemand gerechnet: Kurz vor Beginn des Festkonzerts am Donnerstagabend mussten in der Wendelinus-Basilika zusätzliche Stühle aufgestellt werden. Erstmals seit 2011 war dies bei einem Konzert wieder notwendig geworden. Rund 280 Menschen strömten in die Basilika, um das Festkonzert „In My Father’s House“ im Rahmen der Wendelinus-Wallfahrtswoche zu erleben. Es sollte einer der bestbesuchten Konzertabende der vergangenen Jahre werden – und einer, der noch lange nach dem letzten Ton nachwirkte.
Schon der Beginn war ungewöhnlich. Hoch oben auf der Orgelempore eröffnete der Chor der Wendelinus-Basilika mit „He Is Risen“ und „Ave Maria“ des englischen Komponisten Philip W. J. Stopford den Abend. Anschließend wechselten die Sängerinnen und Sänger auf ein eigens errichtetes, erhöhtes Podest vor dem Altar. Dort erwartete sie das rund 20-köpfige Kammerorchester „Resonanz“ aus St. Ingbert unter Konzertmeisterin Marta Hemkemeyer. Eine goldene Konzertharfe setzte dabei nicht nur klanglich, sondern auch optisch einen besonderen Akzent – ein seltener Anblick in der Basilika.
Im Mittelpunkt des Abends stand Stopfords groß angelegte Missa Deus Nobiscum – „Gott mit uns“. Das Werk entfaltete mit seiner reichen Klangsprache, kraftvollen Chorsätzen und berührend innigen Momenten eine besondere Wirkung im weiten Kirchenraum. Chor, Orchester und die Sopranistinnen Susanne Eisenhuth, Hannah Eisenhuth und Anna Peiffer gestalteten gemeinsam ein vielschichtiges musikalisches Erlebnis. Martina Haßdenteufel an der Orgel setzte mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy und John Rutter weitere Akzente.
Dabei war es nicht allein die Klangfülle, die den Abend prägte. Gerade die leisen Momente hinterließen Eindruck. Wenn sich zarte Töne im Kirchenraum verloren oder unbegleitete Chorstimmen beinahe schwebend erklangen, herrschte eine Stille, in der man sprichwörtlich eine Stecknadel hätte fallen hören können. Das Publikum lauschte mit einer Aufmerksamkeit, als wolle niemand auch nur den letzten verklingenden Ton verpassen.
Dass ein Konzert mitten im Oktober mit der österlichen Botschaft „Er ist auferstanden“ beginnt, griff Pastor und Präses Klaus Leist bereits in seiner Begrüßung auf. Die Hoffnung auf Auferstehung kenne keinen festen Termin im Kirchenjahr, sondern begleite die Menschen an jedem Tag. Musik könne dabei scheinbare Gegensätze verbinden und eine Wirklichkeit erahnen lassen, die über den Alltag hinausreiche.
Unter der Gesamtleitung von Stefan Klemm entstand ein Konzertabend, der die Ausdrucksmöglichkeiten zeitgenössischer geistlicher Musik in den Mittelpunkt rückte. Die Kompositionen Stopfords verbanden vertraute liturgische Texte mit einer unmittelbar zugänglichen, modernen Klangsprache.
„Es ist ein überwältigendes Gefühl, wenn sich die intensive Arbeit vieler Wochen in einem solchen Abend erfüllt. Besonders berührt hat mich, mit welcher Aufmerksamkeit die Menschen unserer Musik gefolgt sind. Diese Resonanz ist für den gesamten Chor ein unglaublicher Ansporn“, beschreibt Chorleiter und Dirigent Stefan Klemm seine Eindrücke.
Als schließlich die letzten Töne verklangen, folgte auf die gespannte Stille minutenlanger, herzlicher Applaus. Das Publikum erhob sich zu stehenden Ovationen. Mit einer Zugabe des „Gloria“ bedankten sich die Mitwirkenden für die außergewöhnliche Resonanz. Blumen und Präsente für die Hauptakteure und Solistinnen rundeten den Konzertabend ab.
Für den Chor war der große Zuspruch nicht nur Anerkennung der musikalischen Arbeit, sondern auch ein ermutigendes Signal. Unter den Gästen fanden sich Menschen unterschiedlicher Generationen, darunter auch jüngere Besucher. Ein Zeichen der Hoffnung, dass anspruchsvolle Kirchenmusik neue Zugänge eröffnen und die Basilika auch jenseits der Gottesdienste als lebendigen Ort der Begegnung erfahrbar machen kann.
„Dass wir mit unserer Musik so viele Menschen erreichen konnten, macht uns stolz und vor allem dankbar. Wir wünschen uns, dass solche Konzerte auch künftig Menschen aller Generationen zusammenbringen und zeigen, wie lebendig und ansprechend Kirche heute sein kann. Dieser Abend macht Lust auf mehr“, sagt Markus Tröster, Vorsitzender des Chores.
Sein besonderer Dank gilt den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern, den Musikerinnen und Musikern sowie allen Helfern, Förderern und Unterstützern, ohne deren Engagement ein Konzert dieser Größenordnung nicht möglich gewesen wäre.
Und vielleicht zeigte sich die besondere Wirkung dieses Abends erst nach dem eigentlichen Konzert: Noch lange blieben Menschen in der Basilika, tauschten Eindrücke aus, kamen miteinander ins Gespräch. Niemand schien es eilig zu haben, diesen Ort zu verlassen.
 
Markus Tröster

Chor-Vorsitzender