180 Teilnehmer bei Sonnenaufgangswanderung an Maria Himmelfahrt am „Großen Fuß":„Hab Mut – steh auf!“


Rund 180 Menschen - und damit so viele wie noch nie - haben sich an Mariä Himmelfahrt an der neunten Sonnenaufgangs-Sternwanderung zum „Großen Fuß“ vor Baltersweiler beteiligt. Unter dem Motto „Hab Mut – steh auf!“ machten sich die Teilnehmer in den frühen Morgenstunden aus verschiedenen Richtungen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto auf den Weg. Organisatorin Anne Geiger hatte die Veranstaltung gemeinsam mit einem zwölfköpfigen Team vorbereitet. Das Angebot richtete sich an Menschen aus dem gesamten Pastoralen Raum St. Wendel und darüber hinaus.
Mehr als 1.600 €uro kamen dabei für die Christliche Hospizhilfe im Landkreis St. Wendel zusammen. Die Unterstützung eines guten Zwecks gehört seit Jahren zum Konzept der Sonnenaufgangswanderung. Das Spendenziel wechselt dabei ebenso jährlich wie das Motto der Veranstaltung.
Der diesjährige Leitgedanke greift das Motto des 104. Deutschen Katholikentags auf: „Hab Mut – steh auf!“ Es sollte die Teilnehmer dazu anregen, über Mut im persönlichen Alltag, aber auch in Kirche und Gesellschaft nachzudenken. Bereits unterwegs wurde dieser Gedanke in Impulsen aufgegriffen. Einen Teil der Strecke legten die Wanderer für zehn bis 15 Minuten schweigend zurück. Im Mittelpunkt standen Vertrauen, Hoffnung und die Bereitschaft, Haltung zu zeigen und auch mit kleinen Schritten etwas zu bewegen.
Für die Wanderer waren die angenehm kühlen Temperaturen an diesem Morgen eine besondere Wohltat. Nach den vielen heißen und trockenen „Wüstentagen“ dieses Sommers boten die frühen Stunden ideale Bedingungen, um sich auf den Weg zu machen.
Am „Großen Fuß“ trafen die verschiedenen Gruppen schließlich zum gemeinsamen Gottesdienst mit Pastor Klaus Leist zusammen. In seiner Predigt setzte Pastor Leist einen besonderen Akzent auf die Frage, was eine zeitgemäße Form von Mut heute ausmacht. Mut zeigt sich demnach nicht nur in außergewöhnlichen Situationen, sondern gerade im Alltag. Auch das Veranstaltungskonzept nennt dazu Beispiele, wie die eigene Meinung zu vertreten, Fehler und Schwächen einzugestehen, trotz Angst zu handeln, sich Gruppenzwang zu widersetzen oder zu einem anderen Menschen zu stehen. Während der Predigt ging schließlich die Sonne über der Landschaft auf. Ausgerechnet in dem Moment, in dem über Mut, Aufbruch und die Herausforderungen der heutigen Zeit gesprochen wurde, fiel das erste Sonnenlicht auf den Gottesdienstplatz am „Großen Fuß“ – ein passender Akzent, den die Natur selbst setzte.
Musikalisch begleitet und mitgestaltet wurde der Gottesdienst von Christine Hoff an der Gitarre. Besonders eindrucksvoll war, dass sie während die Kommunionausteilung Louis Armstrongs „What a Wonderful World“ spielte. Das bekannte Lied fügte sich in die besondere Atmosphäre des inzwischen hell gewordenen Sommermorgens ein.
Zu Mariä Himmelfahrt gehört auch die traditionelle Kräutersegnung. Mit den verschiedenen Pflanzen wurden symbolische Wünsche verbunden: Lebensfreude und Tatkraft mit dem Löwenzahn, Verwurzelung mit der Ringelblume, Sonnenkraft mit dem Johanniskraut oder Hartnäckigkeit mit der Brennnessel. Kleine, mit getrockneten Kräutern und Blüten gestaltete Erinnerungsstücke konnten die Teilnehmer anschließend mit nach Hause nehmen.
Nach dem Gottesdienst kamen die rund 180 Teilnehmer zum gemeinsamen Frühstück zusammen. Damit fand die neunte Sonnenaufgangswanderung ihren geselligen Abschluss – nach einem frühen Morgen, der Natur, Bewegung, Glauben und Gemeinschaft miteinander verband und zugleich ganz praktisch Hilfe mit dem Spendengeld ermöglichte.
Markus Tröster
